Strahler Türli mit äm Päpu

(Yves Raemy)

Wir stiegen am Morgen früh auf, ich war noch nicht richtig wach. Aber die frische morgen Luft half sehr verbunden mit der Anstrengung ging es ruck zuck und auch ich war im hier und jetzt angekommen. Mein Vater hatte wohl keine solchen Probleme er ging zackig voraus. Es freute mich endlich wieder einen Strahlertag zusammen zu verbringen. Ich hatte eine Stelle im Kopf, die ich vor zwei Wochen gefunden hatte und mit viel Arbeit und Zusversicht wohl noch ein paar Kristalle zu holen waren. Optimal für uns zwei. In den letzten zwei Wochen hat sich die Vegetation schon weiter entwickelt und so habe ich die Stelle erst auf den zweiten Blick wiederentdeckt. Eine Ehrenrunde kann nicht schaden. Definitiv richtig angekommen und installiert konnte es los gehen. Aber nid Jufflä und zuerst einmal Znüni nä!

Der Sommer hatte langsam begonnen hier oben auf 2500. Die Blumen kamen zu vorschein und die Murmeltiere pfiffen. Es war wunderbar, so die Znünipause zu geniessen. Jetzt waren wir beide gestärkt und  motiviert, um mit der Arbeit zu beginnen. Muten wegräumen, spitzen, spitzen, spitzen…… Zu zweit ging es recht gut voran und so konnten wir nach einer Stunde einen kleinen Holraum öffnen. Es kamen ein paar Spitzen zum vorschein. Die Qualität war gut und wir hatten ein gutes Gefühl, dass es noch weiter nach hinten ziehen würde. Der Fels war sehr hart und wir mussten immer wieder Platz machen, um die Kristalle auch unverserd aus der schmalen Kluftöffnung zu bergen. Es wäre unmöglich, die Kristalle wieder in die Kluft ein zu packen so eng war alles.

Am späten Nachmittag wurde das Wetter immer schlechter und die Regenwolken immer mächtiger. Auch der Kluftriss schien immer enger zu werden so das wir beschlossen zusammen zu packen. Das Timing passte. Wir packten die paar Kristalle sorgfältig ein und machten uns auf den Abstieg. Durch die faulen Schneefelder ging es rasch. Als wir beim Auto angekommen waren hatte es begonnen zu regnen, optimales Timing!

Es war wieder ein wunderbarer Tag an der Furka den ich mit meinem Vater (Päpu wie wir in Bern sagen) verbringen durfte. Der Bergfrühling ist immer etwas ganz besonderes mit den Blumen und Tiere die aus dem Winterschlaf erwachen.Wir genossen noch ein wunderbare Berner Röschti zu Abendessen ( Danke Mami ) und bei einem Kaffe und Schnapps den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Die Natur ist für mich die grösste Quelle der Kraft und hilft mir auch in mühsamen, anstrengenden Zeiten wie wir sie haben mit Corona, den Alltag zu meistern. Und die Zuversicht nie zu verlieren.

Ich wünsche allen viel schöne Erlebnisse in der Natur